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Deutsche Studentin im Land der drei Kulturen

Auslandspraktikum bei EDAG in Mexiko

Hola! Mein Name ist Natascha und ich absolviere nun seit vier Monaten mein Auslandspraktikum am mexikanischen Standort der EDAG Production Solutions in Puebla. Als ich im August 2009 meine Ausbildung zur Bürokauffrau bei EDAG in Fulda begann, war an ein Studium, geschweige denn an einen Auslandsaufenthalt in Mexiko, noch nicht zu denken.

Nachdem ich unterschiedliche Verwaltungsabteilungen während meiner Ausbildung durchlaufen hatte, arbeitete ich ein Jahr als Assistentin für diverse Konstruktionsabteilungen und unterstützte zudem den Leiter Robotik. Die Arbeit machte mir Spaß, aber mein Wissensdurst war noch immer nicht gestillt, sodass ich mich dazu entschied, mein Fachabitur nachzuholen, um im September 2014 ein Studium zu beginnen. 

Da die internationale Zusammenarbeit bei EDAG und der Tochtergesellschaft EDAG Production Solutions (EDAG PS) von zunehmender Bedeutung ist, entschied ich mich bewusst für den Studiengang „Internationale Betriebswirtschaftslehre“ an der Hochschule Fulda. Die Nähe meines Schul- und späteren Studienortes ermöglichte es mir, auch während meiner Theoriephasen weitere praktische Erfahrungen bei EDAG PS zu sammeln. Zunächst durfte ich in meinem alten Aufgabengebiet unterstützend tätig sein und später, mit Beginn des Studiums, konnte ich mich im Controlling bei der EDAG PS einbringen. Da das Studium seinen Fokus auf die internationale Fortbildung legt, stand nun ein 6-monatiger Auslandsaufenthalt als Pflichtteil auf dem Programm.

Auslandspraktikum: Wohin soll es gehen – Puebla in Mexiko

Aber wohin sollte es nun gehen?

Schon während meiner Kindheit kam ich durch Schwärmereien meiner Tante in den Genuss von Mexiko, da diese einige Jahre mit ihrem Mann dort lebte. Ihre zahlreichen Erzählungen hatten mich sehr neugierig auf dieses Land gemacht: Meeresbuchten und endlose Sandstrände, Naturschönheiten oder die Ruinenstätte  „Chichén Itzá“, eines der neuen Weltwunder. Nicht zu vergessen, das gute Essen wie Enchiladas, Guacamole oder Tortillas, das ich mir vor Ort nochmal besser vorstellen sollte, als in typisch mexikanischen Restaurants in Deutschland. Aber auch kulturell erschien das Land mir als einstiges Reich der Olemeken, Mayas und Azteken als sehr interessant und ich freute mich darauf, diese drei verschiedenen Kulturen kennen zu lernen und vielleicht auch ein bisschen was von der deutschen Kultur an die zukünftigen Kollegen vermitteln zu können.

Nachdem die Entscheidung fiel, durfte ich für das EDAG PS - Profitcenter in Mexiko bereits von Fulda aus Themen wie das Projektreporting übernehmen und hatte somit schon im Vorfeld Kontakt mit meinen zukünftigen Vorgesetzten und Kollegen. Dadurch stieg die Vorfreude auf mein Praktikum noch mehr. 

Mit knapp 12 Flugstunden ist Mexiko von Deutschland aus das weit entfernteste Urlaubsland in der Karibik. Aber an Urlaub war erst einmal nicht zu denken, sondern ich stürzte mich hochmotiviert in mein Praktikum, um mehr Erfahrungen im Bereich Controlling und Projektmanagement zu sammeln und meine Sprachkenntnissen weiter zu verbessern. Durch mein in Deutschland erworbenes Knowhow in SAP konnte ich mich sofort in viele verschiedene Bereiche unterstützend einbringen und einige Themen sogar schulen. Somit profitierten beide Seiten von meinem Praktikum. 

Auffällig für mich war, dass der erst ca. 3 Jahre alte Standort noch sehr jung im Vergleich zu deutschen Standorten ist. Viele Abläufe, die in Deutschland mittlerweile als selbstverständlich betrachtet werden und ordnungsgemäß ausgeführt werden, haben sich in Mexiko noch nicht vollständig etabliert. Mit zunehmender Attraktivität des Landes Mexiko für insbesondere internationale Firmen, der steigenden Nachfrage nach Engineering Dienstleistungen und dem damit einhergehenden starken Wachstum des Standortes EDAG Mexiko, wird aus meiner Sicht auch die Notwendigkeit steigen, die deutschen Strukturen und Prozesse in Mexiko weiter zu implementieren. Ich habe mein Praktikum als gute Herausforderung und als einen wichtigen Beitrag für das Wachstum und die Zukunft des Standortes Mexiko gesehen.

Besonders in Mexiko: die herzliche Art der Kolleginnen und Kollegen

Sprachbarrieren und kulturellen Unterschiede

Was ich als sehr positiv empfinde, ist die herzliche Art der mexikanischen Kolleginnen und Kollegen. Durch ihre offene und freundliche Aufnahme fand ich sofort Anschluss und traf durchweg auf nette und hilfsbereite Menschen. Man spürte sofort die Gastfreundschaft der mexikanischen Kultur und ich fühlte mich von Anfang an wohl. Ebenso nahm ich sehr schnell wahr, dass man gewisse Dinge in Deutschland vernachlässigt, die hier in Mexiko von großer Bedeutung sind: Typisch deutsche Werte wie das strukturierte Arbeiten, die deutsche Pünktlichkeit und Genauigkeit  werden von den Mexikanern zwar geschätzt, stehen jedoch nicht an höchster Stelle. Vielmehr legen die Mexikaner aus meiner Erfahrung sehr viel Wert auf einen respektvollen und höflichen Umgang miteinander. Anfangs musste ich mich deswegen erst etwas an die mexikanische Mentalität gewöhnen, konnte sie jedoch schnell respektieren und habe sie mittlerweile sehr zu schätzen gelernt. 

Meiner Erfahrung nach verwurzelt man erst richtig mit einem Land, wenn man die Sprache lernt und spricht. Zwar sind neben den drei Kulturen insgesamt 62 indigene Sprachen in Mexiko als offizielle Nationalsprachen anerkannt, mit Spanisch kommt man aber durchaus weit. Das beiderseitige Interesse die andere Sprache zu lernen, hat hierzu unterstützend beigetragen. Typische mexikanische Worte oder Redewendungen lernt man außerdem nur vor Ort durch das Miteinander und selten in einem Sprachkurs. 

Mein Fazit

Mexiko ist ein wunderschönes Land und auf jeden Fall einen längeren privaten oder beruflichen Aufenthalt wert! Die Zeit in Mexiko hat meinen eigenen Horizont definitiv erweitert und ich werde mit vielen positiven Eindrücken nach Deutschland zurückkehren, um mein Studium zu beenden. Deutsche Tugenden werde ich zukünftig vermutlich noch mehr schätzen und trotzdem werde ich sicher auch gelassener ab und an ein Auge zudrücken können, wenn etwas mal nicht sofort dem deutschen Perfektionsanspruch entspricht.