Ideen weltweit verwirklichen

Globale Begeisterung für ein gemeinsames Thema

Man kann von der Globalisierung halten, was man will. Fakt ist, dass sie die Welt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell ein bisschen näher zusammenrücken lässt. Und das verdanken wir nicht unbedingt nur der rasanten Evolution des Internets. Sondern auch dem Thema Mobilität. Denn der Ruf einer guten Automarke gilt weltweit. Menschen wollen in Asien oder Amerika genau die selbe Begeisterung über ihren Neuwagen empfinden wie in Europa. Die Begeisterung für das Automobil ist etwas, dass wir alle gemeinsam empfinden - sie verbindet uns, egal wo wir leben.

Aus Begeisterung für Technik ein globales Gefühl zu schaffen, kann mitunter eine sehr große Herausforderung für einen Entwicklungsdienstleister sein. Denn wenn ein neues Automobil weltweit auf dem Markt eingeführt wird, heißt das noch lange nicht, dass es überall gleich ist. Es mag vielleicht gleich aussehen, doch erst in den lokalspezifischen Details offenbart sich, dass bei aller Internationalität die Berücksichtigung kultureller Eigenheiten entscheidend für die Beliebtheit eines Fahrzeuges sind. Anders ausgedrückt: Wenn ein Fahrzeug sich überall gut anfühlen soll, darf es sich nicht überall gleich anfühlen. Es muss für das jeweilige Land gemacht sein. Und die Details, die beispielsweise Komfort ermöglichen, können in Asien ganz anders als in Amerika sein - wichtig ist am Ende, dass der Fahrer Komfort fühlt. Welche Mittel dafür in der jeweiligen Region notwendig sind, ist etwas, dass ein guter Entwickler wissen muss.

Wie komplex und herausfordernd die Antizipation und Berücksichtigung regionaler Unterschiede bei einer globalen Produkteinführung sein können, sieht man am Chevrolet Cruze aus dem Hause General Motors. Die Fahrzeugplattform umfasst aktuell acht Fahrzeuge, mit vier Karosseriehauptvarianten und zwei unterschiedlichen Radständen. Bei den Karosserievarianten handelte es sich um ein Stufenheck, zwei Fließhecks (3- und 5-Türer) und eine Kombivariante, ferner sind Links- und Rechtslenkervarianten zu berücksichtigen.

An vier Standorten gefertigt

Die Nachfolgegeneration des kompakten Fahrzeugs sollte seinerzeit an vier Standorten gefertigt werden, die in Sachen Kultur unterschiedlicher nicht sein können: Europa, China, Russland und den USA. Die Ingenieure von EDAG, wurden für die Entwicklung des kompletten Interieurs aller Fahrzeuge beauftragt. Von der Konstruktion und Entwicklung der Bauteile, Komponenten wie Instrumententafel, Mittelkonsole, Türverkleidung, Himmel, über die Säulenverkleidungen, Laderaumverkleidungen bis hin zu Isolationen und Teppiche. In der Spitze der Projektabwicklung waren innerhalb der EDAG Entwicklungsmannschaft bis zu 50 Mitarbeiter gleichzeitig am Projekt beteiligt.

Die Arbeit an diesem Fahrzeug war eine Herausforderung - denn eine weltweite Entwicklung bedeutet eben auch, dass man wirklich alle Eigenheiten der jeweiligen Märkte im Vorfeld berücksichtigt. Und beim Cruze waren diese Eigenheiten schier unzählig.

Von Fulda aus koordinierte man bereits in der frühen Entwicklungsphase ein weltweit umspannendes Netz an Lieferanten für verschiedene Fahrzeugkomponenten, um von vornherein die richtigen Entscheidungen für die jeweiligen Varianten treffen zu können. Die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten und Experten aus unterschiedlichen Märkten war für viele Details notwendig: Zum Beispiel sehen Instrumententafeln in China anders aus als in den USA. Parkbremsen sind in amerikanischen Ländern bevorzugt automatisch, wohin gegen man in Asien die manuelle Bedienung bevorzugt. Dementsprechend musste also das Interieur, und insbesondere die Mittelkonsole komplett auf diese Anforderungen angepasst werden.

Weltweite Anforderungen

Doch der Detailgrad in der Entwicklung muss bei einem Projekt nicht nur technische Inhalte, sondern auch auf regionale Gesetzgebungen berücksichtigen: In den USA gibt es beispielsweise keine Anschnallpflicht. Dementsprechend muss das Fahrzeug dort einen anderen Aufprallschutz haben.

Die unzähligen verschiedenen Anforderungen konnten letztlich nur dadurch gelöst werden, dass man zum einen auf das Know-how der weltweiten Niederlassungen der EDAG zurückgriff, zum anderen mit den jeweiligen Lieferanten Hand in Hand zusammenarbeitete. Mitunter vor Ort im hessischen Fulda, das in der Entwicklungsphase zeitweilig einem olympischen Dorf glich. Und ähnlich wie bei Olympia zählte auch hier der Gedanke, das Beste zu erreichen, in dem man trotz unterschiedlichster Herkunft eine gemeinsame Aufgabe bewältigt und meistert.

Der Erfolg dieser globalen Abstimmung ist im neuen Chevrolet Cruze spürbar. Weltweit. Überall.