The show must go on

Mit eigener Technik Konzept- und Showfahrzeuge reif für die Bühne machen

Ob Automobilsalon, Messe oder große Show - Konzeptfahrzeuge müssen einfach gut aussehen.
Gemeinhin stellt man sich unter den Highlights der großen Messen einen meist nicht funktionsfähigen Prototypen vor, der einen Vorgeschmack auf kommende Innovationen der großen Automobilhersteller liefern soll. Früher war es tatsächlich so: Konzeptfahrzeuge waren meist Attrappen, „tote“ Fahrzeuge, deren Hülle man bestaunen konnte.

Mit der zunehmenden Technologisierung der Fahrzeuge, und den immer höheren Ansprüchen in Sachen Design und Funktion wurden Konzeptfahrzeuge gerade in den letzten Jahren zusehends „lebendiger“. Heute funkelt nicht mehr nur der Lack. Neue Interieurkonzepte, elektrisch bewegte Fahrzeugteile, aufwendige Cockpit-Instrumentierungen, Fahrzeugbedienungen, Innenbeleuchtungen und vor allem eindrucksvoll designte Inszenierungen der Fahrzeugleuchten wie jüngst beim BMW Vision Future Luxury zeigen, wie wichtig und prägend die lebendigen Details eines Fahrzeugs sein können. Und wie stark solche Konzepte Einfluss auf den Showaspekt eines Konzeptfahrzeuge haben - schließlich soll das Auto ein Hingucker sein und Fachbesucher und Presse gleichermaßen beeindrucken.

Werkzeuge aus dem Do-It-Yourself-Bereich sind keine Lösung

Die große Herausforderung für Automobilhersteller und Entwickler ist dabei vor allem die technische Umsetzung. Denn Konzeptfahrzeuge sind nun mal keine Serienfahrzeuge - die technischen Details sind zum Teil nur in Simulationen oder auf dem Papier vorhanden und noch meist fernab von einer Serienreife. Eine individuelle Konstruktion dieser Elemente ist oftmals aufwendig und zu kostspielig. Und Standardlösungen für die oft an Science Fiction erinnernden Konzepte gibt es nicht - es handelt sich eben nun mal um Konzepte. Um sich zu helfen, griffen Ingenieure bisher tatsächlich auf Werkzeuge aus dem Do-It-Yourself-Bereich zurück. Zum Beispiel werden aufwendige Lichtkonzepte nach wie vor auf einer im Handel frei erhältlichen Plattform namens Arduino programmiert, einem Controller, der mit seiner offenen Architektur aus Soft- und Hardware für fast alle Spielereien geeignet ist, und im Heimbereich gerne für elektronische Experimente wie lichtsensitive Fernsteuerungen oder Videoeffekte genutzt wird.

Showcars müssen heute belastbarer denn je sein

Dass man bei EDAG nicht gerade glücklich damit war, die wichtigen Innovationen der großen Automobilmarken mit Heimanwendertechnik am PC inszenieren zu müssen, liegt auf der Hand. Denn mit den Ideen der Hersteller muss man nicht nur hohen Ansprüchen gerecht werden, wir haben auch selbst hohe Ansprüche an die technische Umsetzung. Zumal die im Handel erhältlichen Lösungen oftmals einen großen Haken haben: Sie sind weder stabil noch ausgereift genug, um dem Tourplan eines Konzeptfahrzeugs standzuhalten. Ein solches Showcar ist oft bis zu 3 Jahre im Einsatz, wird von Messe zu Messe bewegt - die eingebaute Technik muss also einfach zu konfigurieren, belastbar und störungsfrei sein. Schließlich sollen bei der großen Pressekonferenz nicht die Lichter ausfallen. Anforderungen, die beispielsweise mit der Arduino-Plattform nur selten gelingen, da diese eben für den experimentellen Bereich gedacht ist, nicht für den Dauereinsatz.

Ein vollvernetztes Baukastensystem als Antwort

Weil man bei EDAG stets nach Verbesserung strebt, haben die Ingenieure kurzerhand ihre eigene Lösung entwickelt: Ein vollvernetztes Baukastensystem für den Einsatz in Konzeptfahrzeugen, das dabei hilft, Beleuchtung und Bedienung eines Konzepts für den großen Auftritt zum Leben zu erwecken. Das besondere an dieser Lösung: Im Gegensatz zum sonst üblichen, einfachen Steuergerät gibt es für jedwede Anwendung ein eigenes Modul, das frei programmiert werden kann. Antrieb, Außen- oder Innenbeleuchtung können über diese Module getrennt voneinander angesprochen und über CAN vernetzt werden - so kann man sich für ein Showcar fast wie bei einem Baukasten die benötigten Lösungen so zusammenstellen, wie man sie braucht. Beim EDAG-System muss darüber hinaus nicht jedes Mal alles von neuem programmiert werden. Die eigens entwickelte Software wächst mit jedem weiteren Konzeptfahrzeug zur großen Leistungsbibliothek für den perfekten Auftritt. Und die Liste der Stars, die auf das Baukastensystem der Entwickler bisher zurückgreifen, kann sich durchaus sehen lassen. Das Sytem wird nicht nur im Connected Drive Vision eingesetzt, sondern findet sich in vielen aktuellen Showcars unterschiedlichster Hersteller. Nicht zuletzt auch wegen der Steuerung von EDAG sind die Konzeptfahrzeuge echt Hingucker.

Dass diese Fahrzeuge damit die nächsten 3 Jahre Presse- und Promotour zuverlässig meistern ist übrigens einer Kleinigkeit zu verdanken, die man bei EDAG als Erstes umgesetzt hat: Das vollvernetzte Baukastensystem nutzt im Gegensatz zu den offenen Lösungen aus dem Bastelbedarf automotive taugliche Komponenten die in einem stabilen Gehäuse untergebracht sind.