Wer umparken will, muss beweglich sein.

Wie man mit flexiblem Denken das Stadtauto der Zukunft baut.

Es kommt selten vor, dass eine etablierte Automarke so unerwartet für große Überraschungen sorgt. Was Opel in den letzten zwei Jahren mit seinen neuen Modellen in Bewegung gesetzt hat, darf durchaus als Kehrtwende der Marke verstanden werden. Oder als „Umparken“, wie es so schön in der großen Markenkampagne der Rüsselsheimer heißt. Opel ist plötzlich wieder im Trend.

Bester Beweis dafür ist der Opel ADAM. Das von Opel als Lifestyle-Stadtauto und „bestvernetzter“ Kleinwagen positionierte City-Car, das pünktlich zum 150-jährigen Jubiläum der Traditionsmarke im September 2012 vorgestellt wurde. Er ist in vielerlei Hinsicht ein Ausreißer - denn der Dreitürer, der auf der verkürzten Plattform des Corsa D basiert, setzt sich überdeutlich von der bestehenden Opel-Produktpalette ab. Vor allem, weil der Fokus des Stadtflitzers gängige Standards völlig vermeidet, und stattdessen auf eigenständiges Design und einen hohen Grad an Personalisierung setzt. Das fängt schon beim Typenschild an, das nicht am Heck, sondern an der C-Säule aufgeklebt ist, und setzt sich fort bis zum Dachhimmel, der in bestimmten Varianten beispielsweise mit Leuchtdioden versehen ist, um den Fahrgästen das Gefühl eines Sternenhimmels zu simulieren. Die Vielfältigkeit und hohe Konfigurierbarkeit des kleinen ADAM macht einfach Spaß. Und genau diesen Spaß für Opel entwickeln zu dürfen, war eine der größten Herausforderungen für EDAG.

Denn so wie die Marke derzeit das „Umparken im Kopf“ einfordert, damit Autofreunde endlich die Innovationskraft von Opel erkennen, mussten auch die ins Projekt eingebundenen EDAG-Ingenieure des seinerzeit noch „Junior“ genannten Fahrzeugs einiges verändern und bewegen, um das Auto auf die Straße zu bringen. In 35 Monaten Entwicklungszeit musste man für Opel ein Produkt entwickeln, dass sich nicht nur in Sachen Außenfarbe, sondern zum Beispiel auch im Innenraum völlig individuell konfigurieren lässt. Das sorgte natürlich auch in Fulda für überraschte Gesichter. Letztlich entwickelte das interdisziplinäre Team von EDAG in Abstimmung mit den Rüsselsheimer Autobauern die Karosserie, Türen, Verglasung, Bremsen und Tanksystem, die Mittelkonsole samt Instrumententafel und die Verglasung in kürzester Zeit - und zwar nicht nur für alle derzeit verfügbaren Modellvarianten, sprich die Basisversion, sowie die Versionen Jam, Glam und Slam, die jeweils in der Ausstattung jugendlicher, luxuriöser oder sportlicher sind. Sondern auch für den besonderen ADAM-Clou: alle vier Varianten lassen sich in fast allen Details individuell konfigurieren. Von der Grillspange bis zum Außenspiegel kann der Fahrer quasi seinen eigenen Adam zusammenstellen.

Der ADAM setzt und bedient in vielerlei Hinsicht Trends. Nicht nur, was das gesellschaftliche Bedürfnis nach Individualität angeht. Sondern auch in Bezug auf die Arbeit eines modernen Entwicklungsdienstleisters. Die Zeit der Entwürfe aus der Schublade scheint endgültig vorbei zu sein: Entwicklung muss heute den Marktbedürfnissen gerecht werden und auf das Individuum eingehen können. Das wiederum setzt ein hohes Maß an Flexibilität voraus - nicht nur im Handwerk, sondern auch im Kopf. Denn die gängigen Entwicklungskonzepte sind oft zu statisch, um Bedürfnisse dieser Art zu bedienen. Neue Ansätze müssen her, auch was die Zusammenstellung von Entwicklungsteams und die Dauer der Umsetzung angeht. EDAG hat mit der Arbeit für den Opel ADAM bewiesen, dass man in Fulda durchaus in der Lage ist, auf diese Anforderungen mit hochqualitativen Lösungen zu reagieren. Nicht nur, weil man seit jeher unabhängig und somit flexibler ist, sondern weil die EDAG-Ingenieure neben dem Fahrzeug auch immer den Menschen und seine Bedürfnisse im Blick haben.